Gegen „Kostenlos“ bestehen und trotzdem Geld verdienen

Märkte entwickeln sich. Dies gilt nicht nur für Bildagenturen und Fotografen. Auch jeder Kunde ist den Herausforderungen eines ständigen Wandels in seiner jeweiligen Branche ausgesetzt. Und deswegen überlegen wir uns bei PantherMedia seit 14 Jahren immer wieder, wie wir unser Geschäft für unsere Fotografen und unsere Kunden noch attraktiver machen können. Einige Ideen funktionieren gut, andere nicht. Aber eines ist sicher: Stillstand bedeutet Rückschritt. Für jeden von uns. Sehr gut angenommen wurde unsere kürzlich freigeschaltete interaktive neue Suche die auf KI und Sprach-APIs basiert und Benutzern die Möglichkeit gibt direkt in die Ergebnisse einzugreifen. Darüber hinaus macht sie PantherMedia schlagartig zur Bildagentur mit der breitesten Sprachunterstützung. So ist jetzt, zum Beispiel, auch Suchen in Hindi oder Katalans möglich. Neue Sprachen können auf Kundenwunsch in wenigen Minuten hinzugefügt werden.

Die Entwicklungen der letzten Jahre möchte ich anhand der Verlagsbranche aufzeigen. Denn diese unterliegt seit Jahren der Transformation des Printgeschäfts in Richtung Online. Diesen Pfad haben wir zusammen mit den Kunden und unseren Fotografen beschritten. Der Preisdruck war und ist für alle spürbar hoch. Neu hinzugekommen sind kostenlose Bildplattformen, mit denen wir im direkten Wettbewerb stehen. Was viele nicht wissen oder nicht wichtig erscheint, aber die Fotos sind rechtlich nicht geprüft. Zudem ist die Auswahl mit meist weniger als einer Million eingeschränkt. Aber die (Verlags-) Kunden fragen diese Bilder verstärkt nach. Nur wo führt dieser Trend hin, wenn Fotografen keine Lizenzeinnahmen erzielen und die Agenturen die Kosten für IT-, Marketing und Rechtekontrolle selbst tragen müssen? Kurzfristig ist es sicherlich gut für Kunden sich Geld zu sparen. Langfristig aber reduziert dies die kreative Beschaffung. Fotografen werden ihre Budgets reduzieren, die Qualität und Auswahl der Bilder wird sinken. 

Diesem Teufelskreis zu entkommen ist eine Herausforderung, die wir schon vor zwei Jahren angenommen haben und nun nach langer Entwicklungszeit in die Tat umsetzen.

Unsere Lösung: Die Lizenzgebühr trägt nicht mehr der (Verlags-) Kunde, sondern die Werbeindustrie. Das Modell sieht folgendermaßen aus: Ein Verlagskunde, Blogger oder Websitebetreiber integriert kostenlos Bilder von PantherMedia in seine Website. Im Gegenzug erhält PantherMedia die Fläche auf dem Foto für "Werbeeinnahmen". Für jede Page Impression (Aufruf einer Website bzw. Anzeige eines Fotos) zahlt ein Advertiser eine Gebühr. Diese Gebühr wird auf alle Parteien in der Kette verteilt: dem Fotografen, dem Verlag und dem Vermittler des Fotos und der Werbung. Neu und aus Fotografen Sicht entscheidend gegenüber ähnlichen oder früheren Ansätzen dieser Art ist vor allem, dass PantherMedia damit die erste Bildagentur ist, die sowohl Fotografen als auch Publisher gemeinsam an Werbeeinnahmen teilhaben läßt. Kein anderes Unternehmen bietet also den ganzen Prozess von Upload, Rechteprüfung, Lizensierung, Werbeausspielung und Abrechnung aus einer Hand an. 

In diesem Modell hat jeder Teilnehmer Vorteile:

  • Der Verlagskunde nutzt weiterhin rechtlich kontrollierte Bilder mit echter Lizenz und großer Auswahl. Er erhält sogar zusätzlich anteilig Werbeeinnahmen. Egal, ob die Werbung von uns kommt oder von seinen bestehenden Vermarktungsquellen. 
  • Der Fotograf erhält erfolgsabhängige Lizenzeinnahmen auf Basis der Seitenaufrufe. Ja, es verdienen nun mehrere Leute innerhalb der Kette, und auf einigen Seiten werden nicht sehr viel Impressions erzielt. Aber der Werbemarkt ist mehr als 100 Mal so gross wie der Bildagenturen-Markt. Auch wenn auf Seiten mit wenig Traffic nur geringe Einnahmen erzielt werden, so kannibalisiert sich der Fotograf nicht, da der Publisher das Bild entweder gar nicht genutzt hätte oder auf ein kostenloses Portal zurück gegriffen hätte. Insofern ist es wichtig ein Gegenmodell zu den kostenlosen Plattformen zu etablieren.      
  • Die Agentur erhält wie bisher einen Anteil für die Bildlizenz. Zugegeben, die Kosten und die Leistungen sind vielfältiger und aufwendiger geworden in der Monetisierung der Fotos. Aber diese Investitionen sind notwendig für die Zukunft des bezahlten Bildes. 
  • Sogar der Advertiser gewinnt in diesem Modell, denn er erhält einen besonders aufmerksamkeitsstarken und kontextrelevanten Werbeplatz. Durch die hohen Interaktionsraten und das Echtzeit-Targeting kann er sein Budget besser auslasten.  

Für diese Art der Lizensierung und Werbeausspielung haben wir vor zwei Jahren eine neue Tochterfirma gegründet. Auf adpressi.com erhalten Sie einen guten Einblick in die Funktionsweise und die Werbeformen. In den ersten Tests mit großen Verlagen haben wir gelernt, dass die Ausspielung von Standard-Bannern im Bild grundsätzlich möglich und ertragreich ist, aber nicht immer gewünscht ist und Potentiale verschenkt. Insofern haben wir zahlreiche Formate entwickelt, die neueste technologische Trends wie automatische Bild- und Texterkennung nutzen um neue Werbeformen zu ermöglichen. Dieses Modell funktioniert nur, wenn man jede Zielgruppe in der Kette berücksichtigt:

  • Der Besucher möchte keine störende Werbung auf den Webseiten wahrnehmen.   
  • Der Webseitenbetreiber möchte die Qualität seiner Inhalte nicht auf Kosten eines zu hohen Werbedrucks einschränken, jedoch auch seine Inhalte refinanzieren. 
  • Der Advertiser möchte seine Botschaft aufmerksamkeitsstark präsentieren um hohe Branding- oder Konversionseffekte zu erzielen. 
  • Die Agentur und der Fotograf müssen für die Wertschöpfung fair entlohnt werden.  

Ein besonderes Format möchten wir Ihnen darstellen, welches alle eben genannten Elemente vereint: Unsere "Smart Images". Hierbei wird ein Icon auf das Foto platziert, welches signalisiert, dass es weitere Funktionen zu dem Bild gibt. Dann werden alle möglichen Funktionen eingeblendet, die unsere Werbeelemente beinhalten, ohne dass diese als aufdringliche Werbung wahrgenommen werden:

  • Bildgalerie: zeigt ähnliche Bilder zu dem vorhandenen Bild an.
  • Personen im Bild: eine Gesichtserkennung identifiziert bekannte Personen im Bild und zeigt weitere Informationen zu der Person an.
  • Produkte im Bild: eine Modeerkennung kann einzelne Modeprodukte im Bild erkennen (z.B. schwarzer Anzug) und kann ähnliche Produkte aus angebundenen Online Shops im Bild zum Kauf anbieten. 
  • Orte im Bild: ebenso können wir bekannte Orte wie Kirchen und geografische Wahrzeichen erkennen und Informationen dazu ausspielen. 
  • Und viele weitere Möglichkeiten in der Zukunft

Jede dieser Informationen können monetisiert werden durch z.B. weitere Klicks auf der Website, Verkäufe von z.B. Produkten, Reisen oder Events oder Banner auf oder im Zusammenhang mit dem Bild.

Wenn Sie Fragen haben, kommentieren Sie diesen Beitrag oder rufen Sie und gleich an. Wir freuen uns auf jedes Feedback, auch kritische Stimmen sind erwünscht. Denn nur so konnten wir unser Produkt weiter entwickeln.

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